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Ein Feiertag für Bücher

Bücher lesen… heute ist der Welttag des Buches, ein Feiertag für alle, die Bücher lieben.
Ich glaube, ich wäre ohne Bücher ziemlich verloren gewesen. Sehr oft hatte ich schon als Kind das Gefühl, irgendwie nicht so richtig in diese Welt um mich herum zu hineinpassen. In den Welten, in die ich unter der Bettdecke abends und nachts getaucht bin – heimlich mit Taschenlampe, weil man bei uns zuhause die Ansicht vertrat, dass zu vieles Lesen den Augen schadet – habe ich mich öfter zuhause gefühlt, und mehr Identitätsstiftendes gefunden als in meiner nahen Umgebung.
Ich meine, welches Mädchen hat in den Sechzigern schon die Chance auf Nachbarn gehabt, wie Pippi Langstrumpf oder Matilda?
Wenn ich meiner Mutter erzählt habe, was ich denke, sah sie mich oft so seltsam an.
Einmal hab ich gehört, wie sie nach solch einem Blick später zu meinem Vater sagte: „Das Kind hat so viel Phantasie. Ob das normal ist?“
Da war es sehr tröstlich, in Büchern Menschen zu begegnen, die ähnlich dachten, die ähnlich fühlten. Freunde zu finden, die mir zuhörten, mit denen ich mich unterhielt, und die mir Antworten gaben, die ich zuhause nicht bekam.
Polly unterwegs hieß ein Buch, das mich restlos begeistert hat: Eine junge Frau ist auf einem Moped durch Amerika gereist. Allein, eine Schreibmaschine im Gepäck, mit der sie ihre Reiseerlebnisse niederschrieb. Wie gerne wollte ich Polly sein! Die nutzte ihr Erwachsensein wenigstens für etwas richtiges! Nämlich dafür, wirklich unabhängig zu sein, zu reisen und zu schreiben. Dass so etwas möglich war!
Mit 12 Jahren hatte ich die Kinder- und Jugendbibliothek der Stadt Fulda durchgelesen, in der ich auch Polly unterwegs gefunden hatte, und die nette Bibliothekarin begann, mit mir in die Erwachsenenabteilung zu gehen.
Vom Winde verweht, landete nun auf meine Ausleihliste, Jane Austen und Charlotte Bronte (ich weiß nicht, wie ich die Pünktchen über das e setzen kann, es sieht komisch aus ohne….)  Anna Karenina und Effi Briest lernte ich auch allmählich kennen.
Noch heute spüre ich das gleiche neugierige Kribbeln in mir, wenn ich ein Buch aufschlage und beginne, in eine neue Welt einzutauchen.
Liebe Bücher, danke, dass ihr alle da seid!

astridruppert

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2 Comments

  •    Reply

    Liebe Astrid, wie schön, dass dich die Literatur so begeistert hat, dass du nun Menschen wie mich begeisterst deine Bücher – zum Glück gechillt auf dem Sofa oder jetzt im Frühling auf der Terrasse- zu verschlingen! Herzliche Grüße, Julia

    •    Reply

      Das freut mich, liebe Julia, dass du das tust! Lesen ist wunderbar… und es warten noch so viele Geschichten darauf, entdeckt zu werden!

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